Im Rahmen der Lehrerfortbildung der Bundesländer gibt es unsystematische, man kann fast sagen, zufällige Angebote.
In den Lehrerfortbildungseinrichtungen wird zunehmend nur das angeboten, was schulpolitisch erwünscht ist, also die Umsetzung strategischer Lernziele, die Einführung von Bildungsstandards sowie qualitätssteigernde oder -sichernde Maßnahmen im Unterricht.
Dennoch bleibt Platz für Wünsche und Vorschläge aus der Lehrerschaft. Es ist also möglich, auch schulbibliotheksbezogene Themen einzubringen und die Teilnahmebescheinigung oder credit points zu bekommen. Allerdings muss jedes Mal nachgewiesen werden, dass ein pädagogischer Bezug besteht. Das ist dann nicht möglich, wenn es um bibliothekstechnische Fragen geht.

In Hessen war es gelungen, einen Arbeitsbereich "Schulbibliothek" im Lehrerfortbildungsinstitut einzurichten und im Katalog jedes Jahr mehrer Veranstaltungen anzukündigen, darunter die zweijährliche Großveranstaltung "Hessischer Schulbibliothekstag".
Nach der Schließung des Instituts werden (nicht nur bibliotheksfachliche) Fortbildungangebote von der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken zusammengestellt. Dafür wurde eine Lehrerstelle an diese Einrichtung gegeben.

I. d. R. sind Fortbildungangebote in bibliothekarischen Institutionen Lehrkräften nicht bekannt oder werden von ihnen nicht besucht, wenn es keine Fortbildungspunkte gibt.

Da nicht nur Lehrkräfte in Schulbibliotheken tätig sind, sondern auch ehrenamtlich arbeitende Eltern und MItarbeiter in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und arbeitmarktpolitischen Maßnahmen, spielen die Kosten eine Rolle. Es gibt Fortbildungsveranstalter, die von Nichtlehrern Kostenübernahme verlangen oder umgekehrt nur die Kosten der Nichtlehrer übernehmen.
Die Schulbibliotheksfortbildung in der hessischen Lehrerfortbildung war auch für Nichtlehrer, also Eltern und Verwaltungsangestellte, offen. Darüber ist die Zeit hinweggegangen.

Es gibt eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, FAMI. Aber meist sind die Voraussetzungen und Bedingungen nicht erfüllbar (dreijährige Praxis, mehrere Wochenlehrgänge). Oder eine anschließende dauerhafte Beschäftigung in der SB ist nicht machbar.

Weiterbildung
Es gibt verschiedene Modelle für die Weiterbildung zum Bibliothekslehrer. In Südtirol können sich Lehrkräfte qualifizieren, indem sie an mehrereren Lehrgängen (Module) teilnehmen und in einer Examensarbeit und einem Prüfungsgespräch nachweisen, dass sie in einer Schulbibliothek pädagogisch arbeiten können, z. B. eine Leseförderaktion oder ein Unterrichtsprojekt durchgeführt haben. Ähnlich ist es in Dänemark. Die LAG Schulbibliotheken in Hessen hatte dem Kultusminister ein Weiterbildungscurriculum vorgelegt, in Analogie zu anderen schulischen Weiterbildungskursen (Ethik, Polytechnik), für die allerdings dringender Bedarf bestand. Die SB-Weiterbildung wurde abgelehnt.

In Portugal werden von Bibliotheksleitern geeignete pädagogische, dokumentarische, medienpädagogische Qualifikationen erwartet, die nachgewiesen werden müssen, aber nicht in einem Curriculum eigens angeboten werden. Das ist eine Aufwertung der Tätigkeit, für die es vorher keine Ausbildungsvorschriften gab, andererseits eine sehr unaufwendige, unbürokratische Lösung.
Es kann so auf dem Weiterbildungsmarkt zu entsprechenden Angeboten kommen, wenn die Nachfrage da ist.

In Frankreich gibt es einen Ausbildungsgang zum documentaliste, der zur Leitung der Schulbibliotheken, der centres de documentation et d´instruction, cdi, befähigt.


USA usw......


Die Ausbildung von Dipl.-Bibliothekaren mit schulbibliothekarischem Schwerpunkt haben die Fachhochschulen für Bibliothekswesen eingestellt, da es keinen nennenswerten Arbeitsmarkt für die Absolventen gibt.