Was in Deutschland fehlt, ist eine gesetzliche Regelung des Schulbibliothekswesens und seiner Finanzierung.
So lange das so ist, und es sieht nicht aus, als ob sich bald ändern würde, braucht es viel Einfallsreichtum, um Geld zu bekommen.

Der wesentliche "Konstruktionsfehler" des deutschen Schulbibliothekswesens ist, dass es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt, in der Zuständigkeit und Finanzierung verbindlich beschrieben sind.
Kommunale Schulträger sollen Schulbibliotheken/Mediatheken bauen, sie müssen aber nicht. In manchen Schulgesetzen der Länder stehen sie noch nicht einmal als Soll-Vorschrift. Personalstellen zu besetzen, weigern sich die allermeisten Schulträger. Ausnahmen gibt es im Berufsschulbereich und bei Gymnasien.
Die Gesetzgeber in Bund und Ländern hüten sich davor, den Schulträgern präzise Vorgaben zu machen. Bei der Gesetzgebung muss das Konnektivitätsprinzip beachtet werden. Es besagt, dass derjenige, der beschließt, auch für die Finanzierung sorgen muss. D. h. die Landtage müssten den Schulträgern das Geld geben, mit dem diese Personalstellen in SBen bezahlen. In der Vergangenheit wurde von den Schulträgern zumindest die Mischfinanzierung gefordert. D. h., das Land sollte sich an den Kosten für das Schulbibliothekswesen beteiligen. In anderen Bereichen gibt es das, z. B. bei der Ausstattung der Schulen mit EDV. Da haben Bund und Länder den zur Ausstattung der Schulen verpflichteten kommunalen Schulträgern Millionenbeträge überwiesen. Die Medienzentren, Einrichtungen der Schulträger für den Verleih von Medien an Schulen und Vereine, werden i. d. Regel von einem Lehrer, einem Landesbeamten, geleitet.

Nicht einfacher wird die Situation des Schulbibliothekswesens dadurch, dass die bibliotheksfachlichen Verbände die Schulbibliothek als Sonderform der öffentlichen Bibliothek (öB) verstehen und die Zuständigkeit für sich reklamieren. Die Lobbyisten des öB-Wesens setzen zunehmend Bibliotheksgesetze und Kooperationsvereinbarungen zur "Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule" durch. In diesen sind aber erstaunlicherweise Schulbibliotheken eher nicht benannt oder stehen an unbedeutender Stelle.
Anderseits gibt es in einigen Groß- und Mittelstädten, die sich einer großzügigen Bibliotheksfinanzierung erfreuen dürfen, kombinierte Stadtteil- und Schulbibliotheken und/oder schulbibliothekarische Arbeitsstellen.

Kleine Tipps um an Geld zu kommen.
Crowdfunding ist von einigen Schulbibliotheken mit Erfolg ausprobiert worden.